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Donnerstag, 22. September 2011
Papst Benedikt XVI. im Bundestag

Papst_Benedikt

Als Teil seiner ersten Reise als Staatsober­haupt des Vatikan in Deutschland besuchte Papst Benedikt XVI. am Donnerstag Berlin. Mit Spannung wurde seine Rede am Nachmittag im Deutschen Bundestag erwartet. Der Heilige Vater traf gegen 16:30 Uhr im Deutschen Bundestag ein und wurde von Bundestagspräsident Norbert Lammert begrüßt.

Zu Beginn seiner Rede drückte der Papst die tiefe Verbundenheit aus, die er zu seinem Vaterland empfinde. Es sei eine Verbundenheit, die er lebenslang in sich trage. In seiner Ansprache ging er außerdem ausführlich auf Grundlagen des politischen und menschlichen Handelns insgesamt ein. Erfolg müsse stets der Gerechtigkeit unterstellt sein, richtete er sein Wort an die Abgeordneten. Es sei die Aufgabe jedes Politikers, dem Recht zu dienen.

In seinem Vortrag skizzierte das Oberhaupt der katholischen Kirche ausführlich die Entwicklung des Rechtsbegriffs über viele Jahrhunderte. Der Papst betonte, dass es sich lohne, die europäische Kultur zu verteidigen. „Die Kultur Europas ist aus der Begegnung von Jerusalem, Athen und Rom - aus der Begegnung zwischen dem Gottesglauben Israels, der philosophischen Vernunft der Griechen und dem Rechtsdenken Roms entstanden. Diese dreifache Begegnung bildet die innere Identität Europas. Sie hat im Bewusstsein der Verantwortung des Menschen vor Gott und in der Anerkenntnis der unantastbaren Würde des Menschen, eines jeden Menschen Maßstäbe des Rechts gesetzt, die zu verteidigen uns in unserer historischen Stunde aufgegeben ist“, so Benedikt XVI.

In seinem „Wort zum Sonntag“ hatte der Papst zuvor über seine Deutschlandreise gesagt: „All dies ist nicht religiöser Tourismus, noch weniger eine Show. Worum es geht, sagt das Leitwort dieser Tage: „Wo Gott ist, da ist Zukunft“. Es soll darum gehen, dass Gott wieder in unser Blickfeld tritt, der so oft ganz abwesende Gott, dessen wir doch so sehr bedürfen“. Im Bewusstsein dieser Botschaft feierte Papst Benedikt am Donnerstagabend mit 61.000 Gläubigen im Berliner Olympiastadion die Heilige Messe.